Fendant - der Schweizer Wein zu Raclette und Fondue

Weisswein Glas

Weißweingenuss aus dem Wallis

Der Begriff des Fendants beschreibt sowohl den im Schweizer Kanton Wallis am meisten getrunkene Weißwein, als auch die hierfür verwendete Rebsorte.

Die im Schweizer Sprachraum verbreitete Bezeichnung des 'Fendant' leitet sich von dem französischen Wort 'fendre', zu Deutsch 'spalten' ab. Sie basiert auf der Eigenschaft der Rebsorte, die es erlaubt, die Trauben bereits durch leichten Druck der Finger zu spalten, ohne dabei das Fruchtfleisch zu beschädigen. In Deutschland wird diese Rebsorte, sowie der daraus gewonnene Weißwein, als 'Gutedel', in Frankreich als 'Chasselas' bezeichnet.

Der Fendant, Chasselas und Gutedel wird zu besonderen Anlässen als Apéro-Wein getrunken. Er wird zumeist zu Käsegerichten, wie Fondue oder Raclette sowie anderen Walliser Spezialitäten, wie dem Walliser Teller serviert. Der Fendant eignet sich auch hervorragend zu Fischgerichten.

Eine gelungene Alternative zum Fendant ist der Grauburgunder, bspw. aus dem Hause Karl Pfaffmann, der sich gleichermaßen gut zu diesen Schweizer Spezialitäten servieren lässt.


Kontrollierte Herkunftsbezeichnung

Bei der Bezeichnung 'Fendant' handelt es sich seit 1966 um eine durch die Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) kontrollierte Herkunftsbezeichnung. Daher dürfen ausschließlich Weißweine, die mit dieser Rebsorte im Schweizer Kanton Wallis hergestellt werden, den Namen 'Fendant' tragen. Diesem Wein ist auch die Bezeichnung des 'Walliser Grand Cru' vorbehalten. Für die Herstellung eines Fendant der zusätzlich die Bezeichnung 'Walliser Grand Cru' trägt, ist die Zugabe weiterer Zutaten strikt untersagt.

Weißweine wie der Fendant, müssen trotz identischer Rebsorte und gleichem Herstellungsverfahren unterschiedlich bezeichnet werden, sobald deren Produktion in anderen Herkunftsländern stattfindet. Das ist bspw. auch bei dem aus Deutschland stammenden 'Gutedel' oder den in Frankreich produzierten 'Chasselas' der Fall. Das liegt daran, dass der Fendant stark auf das Terroir, bzw. den Boden, auf dem er angebaut wird, anspricht. Ausgehend von der Erde der Anbauregion sowie dem jeweils vorherrschenden Mikroklima, werden in den Trauben entsprechend unterschiedliche und abweichende Geschmacksnuancen ausgeprägt.


Weinrebe

Geschmack nach Herkunft

Trauben einer selben Sorte bilden je nach Anbauregion aufgrund des unterschiedlichen Bodens und Mikroklimas unterschiedliche Geschmacksnuancen aus. So zeichnet sich der Fendant aus dem Unterwallis, bspw. aus Ardon oder Vétroz, zusätzlich durch mineralische Noten aus. Fendant aus dem Mittelwallis, bswp. aus Sitten oder Saint-Léonard, prägen hingegen eine stärkere Fülle und Üppigkeit aus. Die Weine aus der Anbauregion Siders sind von zusätzlichen Bitternoten unterlegt. Fendant-Weine aus dem Oberwalliser Visperterminen, dem höchsten Weinberg nördlich des Alpenhauptkammes, entfalten zudem blumige Fruchtnuancen.


Geschmack nach Reifegrad

Je nach Reifegrad des Fendants, kommt es auch hier zu geschmacklichen Abweichungen. Zumeist wird der Wein nach ein bis drei Jahren Reife genossen. In diesem Alter zeichnen sich sowohl Fendant-, Gutedel- als auch Chasselas-Weine durch einen leicht süffigen, frischen und zugleich fruchtbetonten Geschmack, sowie eine blassgelbe Farbgebung aus.
Ältere Jahrgänge, die zwischen fünf und zehn Jahren gelagert werden, entwickeln zusätzlich Aromen von Honig und Nüssen. Auch prägen sie eine vergleichsweise geschmeidige Textur aus, wodurch die Komplexität noch einmal gesteigert wird.


Anbau der Fendant-Rebe im Kanton Wallis und der Schweiz

Die Fendant-Rebe nimmt annähernd 30% des gesamten Rebbestandes im Weinanbaugebiet des Kantons Wallis ein. Jährlich werden dort circa 13.200 Tonnen Fendant-Trauben geerntet und circa 10,6 Millionen Liter Fendant-Wein produziert. Zu den wichtigsten Anbaugebieten im Wallis zählen Chamoson, Saillon und Martinach im Unterwallis, Sitten und Siders im Mittelwallis sowie Salgesch im Oberwallis.
Außerhalb des Kanton Wallis wird Fendant u. a. auch in den Weinanbaugebieten La Côte und Lavaux am Genfersee, in Chablais und Martigny, in Auvernier am Neuenburgersee, in Mont Vully sowie rund um den Bielersee in Erlach, Ligerz und Twann angebaut.


Weinanbau Schweiz


Ursprung der Fendant-Rebe

Die Fendant-, bzw. Chasselas- und Gutedel-Rebe sind sehr alte Rebsorten. Der Ursprung der Urrebsorte ist bis heute umstritten. So finden sich in der Literatur verschiedene Ursprungsregionen, wie Oberägypten oder das Jordan-Tal, wo die Urrebsorten des Fendant vermeintlich schon vor 5000 Jahren angebaut wurden. Gendiagnostische Untersuchungen legen den Ursprung wiederum in den Westalpen nahe.

Die ersten Erwähnungen der Fendant-Rebe sind in klösterlichen Urkunden aus dem 12. Jahrhundert zu finden. Der Anbau im Kanton Wallis wird erstmalig in einigen Klosterschriften Anfang des 16. Jahrhunderts erwähnt. Daher wird davon ausgegangen, dass der Fendant spätestens zu dieser Zeit von der Genferseeregion ins Wallis gelangt ist und sich seitdem stark verbreitet hat. Die exakten Bezeichnungen 'Gutedel' sowie 'Chasselas' tauchen erstmals in Schriften aus dem 17. Jahrhundert auf.


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