Reise zum Bagnes Capitale de la Raclette - Tag 1

Bagnes Capitale de la Raclette 2014
Bagnes Capitale de la Raclette 2014

Dieses Jahr stand sie endlich auf meinem Terminplan: die Reise ins Mekka der Raclette-Freunde ins Bagnes-Tal im Wallis. Der Termin war wohl gewählt, stand doch an diesem sonnigen September-Wochenende das große Volksfest "Bagnes Capitale de la Raclette" in Le Châble mit Alpabzug an.

Den Weg ins Wallis habe ich aber auch gleich mit einem kleinen Wanderausflug ins Berner Oberland kombiniert, über den ich hier ebenfalls kurz berichten möchte.

Um kurz nach sieben stieg ich in den ICE, um zur Mittagszeit in Spiez (607 m ü. M.) am Thuner See anzukommen. Leider kam der ICE hinter einem liegengebliebenen Güterzug ins stehen, so dass sich meine Ankunft um insgesamt um zwei Stunden verzögerte.

Sollte ich innerhalb der 5-minütigen Umsteigezeit den Bus nach Aeschiried (1.015 m ü. M.) noch erreichen, könnte es mit dem Erklimmen des Morgenberghorns (2.248 m ü. M.) heute noch klappen. Also schnell das Restgepäck ins Schließfach und dann ab zum Bus. Leider hatte ich den falschen Ausgang gewählt - ich sah nur noch die Rücklichter des Busses.

Bizarres Naturschauspiel oberhalb Thunersee
Bizarres Naturschauspiel oberhalb Thunersee

Was tun? Eine Stunde warten oder von Spiez aus losmaschieren? Ich entschied mich für's Losmaschieren. Schließlich war ich nicht zum Warten in die Berge gefahren. Mein Morgenberghorn-Plan war damit allerdings vom Tisch. Plan B sah vor, ihn am nächsten Tag zu erklimmen, auch wenn der Zeitplan ähnlich eng war.

Gemacht getan, gegen 14:45 Uhr bin ich los marschiert. Über Aeschi (860 m ü. M.) am Chäshüttli (stimmt, ich war ja eigentlich von Berufs wegen in der Schweiz) vorbei nach Aeschiried. Obwohl ich das Morgenberghorn heute von meiner Liste gestrichen hatte und der Brunni mein Tagesziel sein sollte, lagen über 1.000 Höhenmeter vor mir und leider keine Zeit zum Kollegen-Smalltalk im Chäshüttli.

Am Ortsausgang Aeschiried wurde es dann steil und kurze Zeit später, ging die Straße in einen Wanderpfad über. Immer wieder öffnete sich die Landschaft und gab traumhafte Blicke zum Thuner See frei. Der teilweise sehr steile Anstieg zum Greberegg (1.595 m ü. M.) führt über einen schönen Waldpfad. Oben angekommen kann man die Brunnihütte bereits gut sehen. Leider geht es nochmal ca. 50 Höhenmeter runter, so dass man etwas von den zuvor teils mühsam gewonnenen Höhenmetern wieder perdu. Sei's drum, der atemberaubende Blick entschädigt für so manche Strapaze.

Abendsonnenblick vom Brunni 1644m
Abendsonnenblick vom Brunni 1644m

Die Brunnihütte war dann schnell erreicht. Ich bin dann zum Brunni (1.644 m ü. M.) rüber, der durch seine exponierte Stellung einen traumhaften Rundumblick bietet. Der Blick auf den Thuner See hat sich mir eingebrannt! Ein halbes Stündchen Pause habe ich mir dann doch gegönnt, ich hätte mich hier gut länger aufhalten können. Die Abendsonne erinnerte mich aber daran, dass das Risiko, den letzten Teil des Weges zur Schlafstätte, im Dunkeln zu gehen, von Minute zu Minute stieg. Also los: um 18:00 Uhr hab ich mich auf den Abstieg begeben via Schlieri zum Pochtenfall.

Der Abstieg ist wenig anspruchsvoll, ins Rutschen sollte man aber nicht kommen, die Hänge sind hier teils sehr steil! Die zum Teil sehr steinigen Passagen erinnern daran, dass hier auch schon mal Lawinen ins Tal rauschen. Nach ca. 20 Minuten habe ich Schlieri (1.425 m ü. M.) am Latrejebach erreicht. Ab hier geht es dann am Bach entlang talwärts nach Lauenen (1.370 m ü. M.). Die letzten 300 Höhenmeter werden dann nochmal etwas alpiner. Der rauschende Bach sorgt in diesem schattigen Tal für hohe Luftfeuchtigkeit, so dass der Weg teilweise recht glatt und dadurch nicht ganz anspruchslos ist. Kurz vor dem gleichnamigen Restaurant erreicht man den imposanten 80 Meter hohen Pochtenfall. Ein Aussichtspunkt lädt hier zum Verweilen ein.

Um 19:00 war ich dann wohlbehalten und bester Stimmung an meiner Schlafstätte angekommen. Glücklicherweise durfte ich im rustikalen Doppelzimmer und nicht im Gruppenlager übernachten, was sicher daran lag, dass ich Freitags unterwegs war - Samstags ist es hier sicher voller. Hervorragendes Essen, sehr freundliche Gastwirte und fröhliche Jass spielende Schweizer am Nachbartisch sorgten für einen harmonischen Tagesausklang.

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Klaus Zweiacker

von Klaus Zweiacker

Geschäftsführer von RACLETTE.de. In der Schweiz aufgewachsen verschlug es ihn im Jugendalter ins Rheinland. Die Lust an Schweizer Käse und Raclette ist aber geblieben. Regelmäßige Schweiz-Reisen verbinden ihn noch heute mit seiner alten Heimat.

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