Lexikon: Rohmilch

Rohmilch wird, entgegen pasteurisierter und thermisierter Milch, direkt nach dem Melken gefiltert und kühl gelagert. Der zur Filtration verwendete Filter darf die Bakterienflora der gemolkenen Rohmilch nicht verändern. Rohmilch weist im Vergleich zu hitzebehandelter, d. h. pasteurisierter oder thermisierter Milch keine gesundheitsrelevanten Vorteile. Da bei Milch ohne Hitzebehandlung die Bakterien und Keime nicht abgetötet werden, besteht die Gefahr der Übertragung von Infektionskrankheiten durch den Verzehr von unbehandelter Rohmilch.

Deshalb unterliegen sowohl Rohmilch als auch Rohmilchkäse einer besonderen Kennzeichnungspflicht. Zudem wird schwangeren Frauen, Kleinkindern und allen Menschen mit Immunsystemschwäche vom Verzehr von Rohmilch und Rohmilchkäse abgeraten.

Keimbelastung und Qualität der Rohmilch hängen in erheblichen Umfang vom Gesundheitszustand des Viehs, der Fütterung und dem Einhalten der Hygienevorschriften beim Melken ab.

Der Pasteurisierungsprozess von thermisch behandelter Milch führt jedoch seinerseits zu einer Veränderung des Geschmacks der Milch, weshalb einige Käsesorten, wie der Alpkäse ausschließlich aus Rohmilch hergestellt werden. Für die Herstellung von Rohmilchkäse müssen jedoch besondere Vorschriften bei der Haltung, Fütterung und Pflege der milchgebenden Tiere eingehalten werden.

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